Rhein-Knick bei Oberwesel

Frühlings-Kurvenfahrt durch Hunsrück und Eifel

Westlich des Rhein und beiderseits der Mosel befinden sich in Hunsrück und Eifel unzählige kleine, extrem kurvige und verkehrsarme Straßen. Wenn dann auch noch der Frühling erwacht und die Sonne freundlich wärmt, ist die ideale Zeit für die erste große Motorradtour. Ganz zu schweigen von den Spezialitäten der Regionen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, die wir abends in den malerischen Städtchen geniessen.

Startpunkt ist Bingen am Rhein
Burg Klopp in Bingen am Rhein
Burg Klopp in Bingen am Rhein

Unsere Anreise ab München durchs Schwabenland und den südlichen Odenwald beschreibe ich hier nicht näher. Wir treffen uns also mit Martin aus Köln gegen Abend im Hotel Rheingau in Bingen am Rhein und nehmen uns dort ein Zimmer. Das Abendessen im selbigen Restaurant ist ok, es gibt eine reichliche Auswahl an Schnitzeln. Klar, nix für den absoluten Feinschmecker, aber die Senfsosse aus der Region macht dann doch den Unterschied.

Für größeres Sightseeing vor Ort, z.B. zur Mäuseturminsel, bleibt leider keine Zeit, wir flanieren heute nur noch durch die Hindenburganlage am Rheinufer und später des nächtens hoch zur Burg Klopp.

Tag 1 – Vormittag: Rhein-Hochufer nach Buchholz/Boppard

Mehr als nur warmfahren! In einem weiten Bogen nach Westen erkunden wir erstmal die Ausläufer des Hunsrück, bevor wir bei Oberwesel wieder an den Rhein gelangen.

Ein Traum-Ausblick erwartet uns dann oberhalb von Oberwesel! Wir stoppen an einer Haltebucht für eines der wohl meist fotografierten Motive, dem hiesigen Rhein-Knick, und machen – natürlich – ebenfalls ein Foto.

Rhein-Knick bei Oberwesel
Rhein-Knick bei Oberwesel

Nochmals runter zum Fluss bei St. Goar und wieder hoch ins Kurvengelände, bis wir schließlich Buchholz erreichen. Kurven noch und nöcher…

Tag 1 – Nachmittag: Über Cochem und ein Eck Belgien nach Monschau

Kurzer Stopp, tanken und weiter geht’s! Nach massivem Zickzack durch den nördlichen Hunsrück erreichen wir Cochem an der Mosel. Hier ist richtig was los! Massen an fernöstlichen Touristen schieben sich durch die Gassen, und bedingt durch den Feiertag sind wir auch nicht die einzigigen Motorradfahrer… Egal, ein Eis geht immer, wir lassen uns vom Trubel berieseln, entledigen uns der warmen Unterzieh-Klamotten und freuen uns auf die ruhigere und mittlerweile sehr angenehm warme Weiterfahrt.

Cochem an der Mosel
Cochem an der Mosel

Naja, von wegen ruhig. Volle Konzentration ist gefragt, wir preschen (nördlich der Mosel) mittlerweile durch die Vulkaneifel und auch da sind die Straßen keinsfalls gerade. Nach dem Passieren von Gerolstein kommen wir nach Belgien. Wäre uns so gar nicht aufgefallen, lediglich die Ortsschilder sind nun schwarz-weiß und die Begrenzungspfosten am Straßenrand auch irgendwie anders.

Wir spüren die höhere Lage an der plötzlich einsetzenden Frische und der im Vergleich zur Mosel noch lange nicht so ausgeprägten grünen Vegetation. Nur ein paar Kilometer sind’s durch unser Nachbarland in der Belgischen Eifel, dann steht auch schon wieder das Schild Nordrhein-Westfalen am Straßenrand.

Neu und sauber - Villadeluxe in Monschau
Neu und sauber – Villadeluxe in Monschau

Unser Ziel ist heute Abend Monschau. Wir finden in der touristisch hochfrequentierten Stadt ein Quartier im mehr als 200 Jahre alten Herrenhaus Elbershof, heute zum Apartmenthaus “Villadelux” umgebaut und modernisiert, direkt am Flüßchen Rur gelegen.

Wunderschönes Monschau
Wunderschönes Monschau

Na klar darf ein ausgedehnter Stadtrundgang nicht fehlen. Wir sind spät dran, so dass sich die zahllosen, zumeist internationalen Touristen bereits wieder verabschiedet haben.

Fachwerkhäuser in Monschau
Fachwerkhäuser in Monschau
Belgisches Bier, logisch...
Belgisches Bier, logisch…

Die Hauptsehenswürdigkeiten sind hier das Rote Haus, das Brauerei-Museum und die Senfmühle, die zur vorgerückten Stunde aber natürlich bereits alle geschlossen haben. So schlendern wir entspannt durch die wunderschönen kleinen Gässchen, gesäumt von uralten Fachwerkhäusern und geniessen die einkehrende Ruhe. Wir wandern rauf zur Burg Monschau und erfreuen uns am Rundblick über das verwinkelte uralte (>800 Jahre) Städtchen, um das sich die Rur schlängelt.

Abendessen im Eifelstübchen. War ganz ok. Auf dem Rückweg zum Apartment kommen wir uns zurückversetzt ins Mittelalter vor. Lag vielleicht ein bisschen am Williams, aber ganz sicher auch am besonderen Charme der uralten Gemäuer hier…

Monschau bei Nacht
Monschau bei Nacht
Tag 2 – Vormittag: Rund um den Eifel-Nationalpark nach Bad Müstereifel

Der Motor noch nicht ansatzweise warm, von den Reifen ganz zu schweigen, schon geht’s in die ersten Schräglagen. Wo gibt’s denn sowas? Wir umrunden die aufgestauten Rur-Seen wie immer auf so kleinen und kurvigen Straßen wie möglich. Ein ganz tolle Region, die unbedingt auch zum Wandern und Radeln einlädt. Da kommen wir wieder!

Wälder, Berge und Kurven - in der nördlichen Eifel unterwegs
Wälder, Berge und Kurven – in der nördlichen Eifel unterwegs

Aber Achtung: An Wochenenden und Feiertagen ist hier teilweise Motorrad-Fahrverbot! Unbedingt vorab informieren, sonst drohen weite Umwege!

Nähe Mechernich zwingen uns banale Baustellen-Umleitungen zu einer etwas indirekten Fahrweise (siehe Track ganz unten anbei), aber letztlich erreichen wir doch Bad Münstereifel. Dort geniessen wir am späten Vormittag unseren zweiten Kaffee.

Tag 2 – Nachmittag: Durch die Eifel nach Boppard

Der Wahnsinn! Zugegeben, diese Tour kreuz und quer durch die Eifel habe ich diesmal nicht selbst auf kurviger.de erstellt, sondern vom Tourenfahrer-Magazin heruntergeladen und etwas verändert nachgefahren.

Kreuz und quer durch die Eifel
Kreuz und quer durch die Eifel

Im Detail gar nicht wiederzugeben, es war eine endlose Aneinanderreihung von Serpentienen, Bach-Tälern, Hochflächen, Wäldern, Wiesen und irgendwann gings auch am Nürburgring vorbei.

Oberhalb des Rheins - Kurven ohne Ende...
Oberhalb des Rheins – Kurven ohne Ende…

In Cochem dann nach etwa 4 Stunden Kurvenrausch ein Stopp zum Eis essen, hatten wir das gestern nicht schon mal…?

Vorm Hotel Hubertus in Boppard
Vorm Hotel Hubertus in Boppard

Die Zeit ist fortgeschritten, somit ist Direttissima entlang der Mosel angesagt. Trotzdem sehr schön, so in der Abendsonne. Die letzten Spitzkehren des Tages haben’s nochmal in sich; ab Alken crossen wir noch über einen letzten Höhenrücken, bevor’s runter nach Boppard geht. Lasst Euch von den angehängten GPS-Tracks nicht irritieren, wir haben uns auf dem Weg zum Hotel Hubertus mehrfach in den verwinkelten und teils gesperrten Gäßchen des Städtchens verfahren 🙂

Abends noch ein Rundgang entlang des Rheins und ab ins Restaurant “Wein Haus Römerburg“, wo es z.B. Burger aus Wildschwein-Hackfleisch zu geniessen gibt.

Wein Haus Römerburg in Boppard
Wein Haus Römerburg in Boppard
Schnäpse von der Brennerei Birkenhof gibt's!
Schnäpse von der Brennerei Birkenhof gibt’s!

Als Nachspeise “Alte Quetsch” oder ähnliche Spirituosen von der Birkenhof Brennerei. Ganz was feines…

Am nächsten morgen fahren wir dann zurück nach Bingen. Teils oberhalb auf bekannter Strecke. Da darf ein kurzer Abstecher zum Loreley-Blick natürlich nicht versäumt werden!

Loreley-Felsen
Loreley-Felsen

Schließlich entlang des Rheins. Die Rückreise ähnlich wie auf dem Hinweg – Odenwald und quer durch Baden-Württemberg.

Fazit:

Diese Region im Westen Deutschlands ist Motorrad-fahrtechnisch der absolute Hammer. Wer’s flott braucht, kann sich auf dem Nürbürgring austoben. Und die Tourer freuen sich über unzählige Klein- und Kleinststraßen.

Und hier findet Ihr unsere Strecken, wie immer als zip-Datei herunter zu laden:

Download der zip-Dateien zur Tour Eifel und Hunsrück

Noch was rechtliches: Da ich einige Links auf unsere Unterkünfte usw. gesetzt habe, muss ich diesen Bericht als unbezahlte Werbung deklarieren.

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