Der Luberon in der französischen Region Provence begeistert mit malerischen Bergdörfern, Lavendelfeldern und einer einzigartigen mediterranen Landschaft. Besonders sehenswert sind die Orte Gordes, Roussillon mit seinen ockerfarbenen Felsen, Goult, Oppède-le-Vieux, Ménerbes, sowie Lacoste, Bonnieux und Loumarin; Wanderungen im Parc naturel régional du Luberon und die provenzalischen Wochenmärkte machen die Region zu einem der schönsten Reiseziele Südfrankreichs.
Die ersten 3 Tage haben wir im wunderschönen Grignan verbracht, mit seinem fantastischen Chateau. Nach einem Kurzbesuch im Städtchen Nyons fahren wir direkt weiter nach Gordes im Luberon. Dort beziehen wir den kostenlosen Stellplatz etwas südlich des Ortes. Dazu später mehr.
Auf geht’s nach Gordes!
Zu Fuß nach Gordes sind es etwa 30 Minuten. Man wandert entlang eines Fahrradweges, leider führt dieser immer wieder über die viel befahrene Zufahrtsstraße nach Gordes hinein.

Wir bummeln erst spät am Nachmittag los, denn das hier ist Over-Tourism vom feinsten. Der unvergleichliche Anblick zieht täglich Massen von Besuchern an. Natürlich nicht zu unrecht, denn die absolut exponierte Lage macht den Ort zu einem der spannendsten der ganzen Region.

Nun aber das ABER… Die Preise sind exorbitant, die Restaurants (während unseres Besuchs) an einem Sonntagabend Anfang Juni zumeist geschlossen. Unsere Nachbarn auf dem Stellplatz haben im „La Trinquette“ gegessen, und sie waren sehr zufrieden.

Wir haben uns mit einem Drink im zentral gelegenen „Le Renaissance“ begnügt. Auf Google nicht besonders gut ge-rated, aber immerhin schön gelegen. 0,25 l Bier und eine Cola 10 € – welcome to Gordes.

Dann zurück zu Stellplatz, auf ein Pläuschen mit den Nachbarn. Korrekt, man darf auf freien Stellplätzen nicht campen, sondern nur übernachten. Aber auf einem Hocker vor dem Bus sitzen und ein Gläschen Wein trinken? Einem sichtlich angetrunkenen Anwohner hat’s auf jeden Fall sehr missfallen. Mit seinen großen, nicht angeleinten Hunden kommt er aus seinem Haus, baut sich vor uns auf und schreit wild auf uns ein. Umgehend springen die älteren französischen Pärchen aus den benachbarten Wohnmobilen und ein wildes Wortgefecht beginnt. Wir hätten es zu gerne verstanden, aber der grobe Inhalt ließ sich auch mit mangelhaften Französisch-Kenntnissen gut erahnen. Der grobe Kerl pöbelt noch alle anderen Camper an und verschwindet dann wieder in seinem Haus, flaniert von seiner Gattin, die gleiches Geschrei wohl schon vor unserer Ankunft veranstaltet hatte.
Die benachbarten Franzosen sind peinlichst berührt und entschuldigen sich vielmals bei uns und beteuern, dass dies „kein echter Franzose“ gewesen sei, denn so benimmt man sich nicht!
Wir nehmen es gelassen, nun ist ja wieder Ruhe, Die folgende Nacht verläuft ohne weitere Vorkommnisse.
Morgens weiter nach Roussilon
Schon am ganz frühen Morgen erreichen wir Roussillon. Wir frühstücken in einem kleinen Café, der Boulangerie Au temps passé , kurz vor dem Großparkplatz bei den Ockerfelsen.

Punkt 9 Uhr stehen wir am Eingang des Besichtigungsareals. Eintritt kostet 3,50 € pro Person (übrigens genauso viel wie eine Eiskugel hier). Genau zur richtigen Zeit, denn nun steht die Sonne noch tief am Himmel, die Temperatur ist angenehm und wir sind vor den großen Besuchermassen unterwegs.

Es gibt einen großen und einen längeren Rundweg, wir entscheiden uns für letzteren.

Wirklich ausgesprochen interessant, wir schießen unzählige Fotos von den ockerfarbigen Felsformationen. Ganz entfernt erinnert der Park an den Bryce Canyon in den USA.

Rechtzeitig um 10 verlassen wir die Anlage wieder, an der Kasse hat sich mittlerweile eine lange Schlange gebildet und die ersten Busreisenden fluten den Park.

Kleiner Spaziergang in Roussillon
Es folgt ein kleiner Spaziergang durch Roussillon.

Ein ausgesprochen nettes Örtchen, und wie es sich für diese Region im Luberon gehört, ist alles in schönen, warmen Ockertönen gehalten.

Hier noch ein paar Impressionen.
Wir beziehen unseren Campingplatz, gleich bei Roussilon
Nur wenige Kilometer sind es, hinunter zu unserem Campingplatz für die kommenden beiden Nächte.

Er heißt Camping L’Arc en Ciel, und ist ausgesprochen schön.

Mitten in einem Pinienwäldchen gelegen, an einer kleinen Straße mit ganz wenig Verkehr.

Sogar einen Pool gibt es! Der wird gleich ausgiebig genutzt – am Nachmittag sind’s stolze 30 Grad, da freuen wir uns über etwas Abkühlung.

Abends kleine Wanderung hoch nach Roussillon
Noch ein bisschen Bewegung ist angesagt! Am frühen Abend wird es hier richtig still. Und so wandern wir hinauf nach Roussillon, wo es ebenfalls deutlich ruhiger geworden ist. Die Shops haben nun geschlossen, und wir begegnen nur noch wenigen Menschen im Ort.
Wir empfehlen den ausgeschilderten Wanderweg, dieser führt teils über schöne, kleine Waldwege. Vom Camping aus läuft man 35 Minuten. Entlang der Straße wären es 30 Minuten, aber natürlich nicht sooo spannend…
Kleine Rundfahrt zu drei sehenswerten Dörfern im Luberon
Heute machen wir eine kleine Rundfahrt zu drei schmucken Örtchen im Luberon!
Goult
Erster Stopp in Goult. Goult ist ein malerisches Dorf im Herzen des Luberon in der Provence, bekannt für seine engen Gassen, historischen Steinhäuser und die authentische Atmosphäre abseits des Massentourismus. Besonders sehenswert sind die Windmühle auf dem Hügel, die romanische Kirche und die herrlichen Ausblicke auf die umliegenden Lavendel- und Weinlandschaften.

Wir parken am Stadtplatz und spazieren hoch zum Château de Goult. Toller Ausblick von hier oben! Unterwegs ein lustige Begegnung…

Weiter bis ans Ende des Ortes, zu einer Windmühle, der Moulin de Jérusalem.

Oppède-le-Vieux
Oppède-le-Vieux ist ein mittelalterliches Bergdorf im Luberon, das mit seinen verwinkelten Gassen, Natursteinhäusern und seiner beeindruckenden Burgruine zu den schönsten historischen Orten der Provence zählt.

Hoch über dem Tal gelegen, bietet es eine ruhige, authentische Atmosphäre sowie spektakuläre Ausblicke auf Weinberge, Olivenhaine und die Landschaft des Luberon.

Ein bisschen knifflig, den Parkplatz zu finden – Google lotst durch den Ort, hier gilt aber eine Einbahnregelung. Wenn man’s aber dann geschafft und auch kapiert hat, wie der Parkautomat funktioniert, dann ist der Ort sehr hübsch.

Wir wandern hoch zur Burgruine und der Kirche Église Notre-Dame Dalidon.


Vor der Kirche hat man eine herrliche Aussicht über den gesamten nördlichen Luberon. In der Ferne leuchtet der weiße Mont Ventoux.

Ménerbes
Ménerbes zählt zu den schönsten Dörfern der Provence und begeistert mit seiner erhöhten Lage, den charmanten Steinhäusern und dem einzigartigen Panorama über den Luberon.

Bekannt wurde der Ort auch durch das Buch „A Year in Provence“ von Peter Mayles und verbindet provenzalische Lebensart mit Geschichte, Kunst und kulinarischen Genüssen.


Hier gönnen wir uns ein köstliches Mittagsmenü und machen anschließend einen Stadtbummel.

Weiter geht’s – nach Bonnieux
Wir checken aus unserem tollen Campingplatz aus und fahren weiter, nur wenige Kilometer sind’s bis zum kleinen Bergdorf Lacoste.
Lacoste
Lacoste ist ein reizvolles Bergdorf im Luberon, das für seine gut erhaltenen mittelalterlichen Gassen und die hoch über dem Ort thronende Burgruine bekannt ist.

Von hier aus eröffnen sich weite Ausblicke über die provenzalische Landschaft.

Zugleich prägen Kunst, Kultur und die Verbindung zum ehemaligen Schloss des Marquis de Sade den besonderen Charakter des Dorfes.

Wir parken unten vor dem Ort und nehmen den direkten Weg, hoch zur Burgruine. Diese kann für fünf Euro pro Person besichtigt werden.

Insgesamt unspektakulär, kann man trotzdem anschauen. Gezeigt werden einige alte Exponate und es gibt Informationen zur Geschichte der Burg.
Anschließend ein kleiner Bummel durch Lacoste. Nettes Örtchen, wie eigentlich nahezu alle in der Region.
Wir fahren weiter nach Bonnieux
Bonnieux ist eines der schönsten Hügeldörfer des Luberon und beeindruckt mit seinen terrassenförmig angelegten Steinhäusern, engen Gassen und einer herrlichen Aussicht über die provenzalische Landschaft. Der Ort ist bekannt für seine historische Altstadt, die hoch gelegene Kirche und seine lebendige Mischung aus Geschichte, Kultur und provenzalischem Lebensgefühl.
Hier wollten wir uns eigentlich für zwei Tage auf dem hübschen kleinen Campingplatz einbuchen. Der ist jedoch voll belegt. So fahren wir auf den unterhalb des Ortes gelegenen kostenlosen Wohnmobilstellplatz. Heute ist Mistral angesagt, es zieht wie Hechtsuppe! Und das an diesem recht exponiert gelegenen Platz. Sonst freut man sich über freie Sicht, diesmal ist es fast schon grenzwertig.

Folglich schnell ab in den Ort und hoch zur am höchsten Ort gelegenen Kirche, der Église Saint-Gervais et Saint-ProtaisGrandiose.

Perfekter Ausblick auf die bewaldete Bergkette des Luberon, und bei heute absolut klarer Sicht gen Norden bis weit hinaus zum Mont Ventoux.

Eigentlich war Kochen angesagt, doch aufgrund unseres Stellplatzes entscheiden wir uns kurzfristig für ein Mittagsmenü. Gut bewertet werden.

Die meisten Restaurants hier, wir entscheiden uns für das „Bistrot Le Terrail“. Wir werden nicht enttäuscht! Hier würden wir jederzeit wieder herkommen!

Am späten Nachmittag machen wir dann noch eine kleine Wanderung. Komoot hat da einige gute Ideen parat. Aufgrund der vorgerückten Stunde entscheiden wir uns für eine Mischung aus Aussicht und Wald. Den in dieser Region angesagten Zedernwald schaffen wir leider nicht mehr.

Abends auf unserem ruhigen und aussichtsreich Stellplatz rüttelt uns der Sturm dann gemütlich in den Schlaf.
Letzter Stopp im Luberon – Loumarin
Schon um 7:30 Uhr brechen wir auf, eine gute halbe Stunde Fahrt sind hinüber auf die Südseite des Luberon. Was für eine Strecke! Erst geht’s zahllose Kurven und kehren hinauf durch den Wald, südseitig dann mit mediterranem Flair und in einer fantastischer Landschaft aus Felsen und Wald wieder hinunter. Eine Traumstrecke, mein Motorradfahrerherz jubelt. Auch wenn der RedBulli bei der Kurvenlage da nicht ganz mithalten kann… 😉

Lourmarin gilt als eines der schönsten Dörfer der Provence (also noch eines 😛 ) und begeistert mit seinen schattigen Plätzen, lebhaften Cafés und der charmanten Altstadt mit engen Gassen. Bekannt ist der Ort zudem für sein Renaissance-Schloss sowie als letzte Ruhestätte des Schriftstellers Albert Camus, was ihm eine besondere kulturelle Bedeutung verleiht.
Nach einem leckeren Croissant mit Cappuccino beziehen wir unseren Stellplatz auf dem Camping Les Hautes Prairies. Ein großer 4*-Platz, da gibt es nichts zu meckern!
Fortsetzung folgt!
Wie immer bei unseren Berichten: Nichts hier ist als Werbung zu betrachten. Sämtliche Nennungen von Örtlichkeiten etc. dienen ausschließlich der Beschreibung unserer Reise; alles wurde selbst bezahlt.







