Die Halbinsel Giens ist eine der schönsten Küstenlandschaften der Provence und begeistert mit türkisfarbenem Wasser, versteckten Buchten und unberührter Natur. Besonders empfehlenswert ist der Küstenwanderweg „Sentier du Littoral“, der spektakulär entlang der Felsküste führt und immer wieder beeindruckende Ausblicke auf das Mittelmeer sowie die vorgelagerten Îles d’Hyères bietet. Darüber hinaus laden zahlreiche Badebuchten, Wassersportmöglichkeiten und die Beobachtung der reichen Vogelwelt in den Salinen von Hyères zu abwechslungsreichen Entdeckungen ein.
Hier werden wir der aufkommenden Hitze im Hinterland der Provence entfliehen, baden und entlang der Küstentrails wandern.
Anschließend folgt ein kurzer Beach-Stopp in La Londe-les-Maures, um die Reise entspannt ausklingen zu lassen.
Nach zweifacher Verlängerung verlassen wir den Luberon mit seinen fantastischen Städtchen dann doch. Hat uns extrem begeistert, diese ganz besondere Region in der Provence!
Auch die heutige Fahrt hin zur zur Küste ist nicht zu verachten! Wir passieren immer wieder wunderschöne Gegenden, die zum Anhalten einladen. Allerdings haben wir nun nur noch eine Woche Zeit, und die wollen wir am Meer, in unserem Fall an der Côte d‘Azur verbringen.
Halbinsel Giens bei Hyères
Erstes Ziel an der Côte d‘Azur ist die Halbinsel Giens, südlich von Hyères. Wir steigen ab auf dem Camping Olbia, welcher auf der westlichen der beiden seitlichen Ausläufer der Halbinsel liegt.

Er zählt zu den kleineren (und entsprechend lauschigeren Plätzen an der Küste. Wirklich große Wohnmobile kommen hier gar nicht herein, so eng und verwinkelt der Campingplatz ist!
Erfreulicherweise können wir hier noch einen kleinen Parzelle ergattern, der Platz ist ansonsten ausgebucht.
Unser Campingplatz in Giens für drei Nächte
Drei Kategorien an Stellplätzen gibt es hier, wir bekommen den günstigsten, Standard, inklusive Strom für 30€ am Tag.

Der Camping Olbia selbst hat leichte Hanglage ist komplett mit großen Kiefern bewachsen. Die einzelnen Parzellen werden durch kleine Mäuerchen und Hecken voneinander abgetrennt.
Die Waschanlagen sind völlig sauber. Manche Gäste bemängeln, dass duschen auf zweimal 7 Minuten am Tag begrenzt ist und dass man Toilettenpapier selbst mitbringen muss. Ist uns allerdings beides vollkommen egal.

Es gibt ein Restaurant (in dem aktuell zur Weltmeisterschaft Live-Fußball gezeigt wird) und einen Markt, in dem man sich mit dem notwendigsten versorgen kann.

Anbindung an den Ort Giens erfolgt mit einem Bus, der ein paar Meter außerhalb der Anlage seine Endstation hat.

Zum Meer hinunter, und nun kommt der für uns relevante Teil, geht ein kleiner Pfad, dauert etwa 5 Minuten, schon erreicht man eine malerische Bucht (Calanque du Four à Chaux) und damit auch den berühmten Wanderpfad.
Wandern auf dem „Sentier du Littoral“
Laut der Informationstafel (siehe Bild) gibt es verschiedene Varianten.

Wir entscheiden uns für eine sportivere Route (den Circuit 3 auf der Karte), auf der wir dann gegen Ende die Halbinsel einmal (an einer flachen Stelle) queren werden.

Ein Wanderweg genau nach meinem Geschmack! Er führt ständig bergauf und bergab, zumeist auf sehr schmalen Wegen, durch das Unterholz der Halbinsel!

Immer wieder begegnen wir verfallenen Bauten aus den vergangenen Weltkriegen.


Und von den sonnengefluteten bewaldeten Steilhängen strömt der warme Geruch des Südens (die Ausdünstungen des Kiefernwaldes) empor.

Immer wieder unglaublich schöne Ausblicke, sowohl auf die in dichtem Grün bewachsene Halbinsel wie auch hinaust auf’s glasklare, türkisblaue Meer der Côte d’Azur.

Achtung, Badebuchten gibt es auf dieser Tour übrigens die nur ganz zu Beginn und eine gegen Ende der Tour. Ich war dem Irrglauben erlegen, hier immer wieder ins Wasser springen zu können, dem ist nicht so!

Badestopp auf dem „Sentier du Littoral“
So hüpfen wir also in der kleinen Bucht Plage du Pontillon ein erstes (und auf der Tour einziges) Mal ins kühle Nass.

Ein Traum!
An der Plage des Darboussières (das ist der nächste, etwas größere Strand, vor einem abbruchgefährdeten Felsvorsprung) endet für uns der Trail für heute.

Diesen Beach heben wir uns für morgen auf, da gehen wir die restliche Route (den Circuit 4, östlicher Part).

Essenstipp: Bob Marley Restaurant „La Grotte“
Der Hunger ist inzwischen enorm, zu probieren wir das Bob Marley Restaurant „La Grotte“ aus, an dem wir gestern schon vorbeigelaufen sind.

Es werden insgesamt acht verschiedene Speisen angeboten, alle nach bestimmten Ländern benannt. Wir entscheiden uns für Mexiko und Libanon. Beides exzellent, und für hiesige Verhältnisse überraschend preiswert. Die gesamte Rechnung inklusive Getränken beträgt samt Trinkgeld 50 €. La cuisine est excellente 🙂

Nachmittags dann ausgiebig schwimmen an unserem Haus-Strand vor dem Campingplatz

Um 21:00 Uhr dann schnell noch mal runter zum Beach. Komplett nach Westen ausgerichtet, ist dort Sonnenuntergang anschauen bei entsprechender Wetterlage garantiert.

Genauso ist es! Einfach nur noch grandios. Wenn nur die fiesen Mücken nicht wären, wir hätten die formidabeln Lichterspiele hier auch noch viel länger genießen können.

So aber schnell zurück zum Platz, auf einen guten Rotwein vom Bio-Winzer aus dem Luberon (siehe letzter Bericht).
Wanderung nach Giens über den Küstenpfad
Der Küstenpfad beginnt am Plage des Darboussières. Nicht mehr ganz so spektakulär wie gestern, aber immer noch wunderschön zieht der Weg entlang der Küste nach Osten.

Einen Badestopp hatten wir eigentlich am Plage du Port du Niel angedacht, hier ist schwimmen jedoch verboten, da Hafen.

Also weiter auf dem ab hier gemauerten Weg, unmittelbar am Wasser entlang.

Uns dürstet nach einem Getränk, so zeigen wir ab ins Örtchen Giens.

Im Le Duc genehmigen wir uns einen Frappé und einen frisch gepressten Zitronensaft.

Noch ein Panoramafoto auf dem Le château de Giens auf die Lagunen von Hyères.

Dann geht’s zurück, teils auf Straße, teils auf Pfaden, bis zu unserem Ausgangspunkt und gleichzeitig dem Beach Plage des Darboussières. Hier wird ausgiebig geschwommen, es ist schwül-heiß heute!

Nochmals ins La Grotte
Und weil’s gestern so lecker war, heute gleich nochmals in die Bob Marley Kneipe.
Diesmal mit Muscheln (ist hier Belgisch) und erneut Mexikanisch.
Wir lassen den Tag entspannt ausklingen. Am späten Nachmittag geht’s noch mal hinunter zum inzwischen fast leeren Strand. Ein wirklich toller Ort!
La Londe-les-Maures
Der Fahrtag heute wird kurz. Schon nach wenigen Kilometern stoppen wir ein erstes Mal, etwa mittig auf der langen Geraden durch die Lagunen beim Welcome Surf Shop und dem gleichnamigen Welcome Café.

Schöne Aussicht auf die Lagune, in der Ferne lagert ein Schwarm Flamingos, leider viel zu weit weg, um sie genauer beobachten zu können. Die Preise allerdings sind gewöhnungsbedürftig. Frisch gepresster Orangensaft, ganz kleines Gläschen, 7€. Puuuhhh…
Heutiges Ziel, der Camping Le Pansard in La Londe-les-Maures
Der Platz ist groß, er wirkt wie zweigeteilt: mit viel Schatten in einem Pinienhain im dem Meer abgewandten Areal; auf der Meerseite gehen die Stellplätze bis ganz vor an die Beachfront. Dort stehen die Mobile zumeist in prallen Sonne, es gibt nur wenig Schatten.

Die Parzellen selbst sind überall recht groß, Wir entscheiden uns, trotz mangelnder Meersicht, für einen der hinteren Plätze, unter den schattenspendenden Nadelbäumen.

Der Platz ist gepflegt, uns ist jedoch nicht ganz klar, wo die vier Sterne herkommen sollen, mit denen er sich rühmt. Auf den Toiletten gibt es kein Papier. In den WC’s auch kein Handwaschbecken, und folglich keine Seife.

Zwei der drei Toilettenanlagen wirken unrenoviert. Lediglich die dritte, größte und modernste, ist okay. Jedoch auch hier kein Papier, kein Handwaschbecken etc…

Jetzt im Juni ist mittlere Saison. Preis für zwei Personen samt RedBulli 40€. Strom exklusive. Der schlägt mit weiteren (7€ !!!) zu Buche..
WLAN wäre grundsätzlich vorhanden, kostet jedoch ebenfalls extra, 6€ für drei Tage. Das ist wirklich sehr teuer, für das, was geboten wird…

Das platzeigene Restaurant bietet hauptsächlich Pizzen an, aber auch andere Speisen sind dort zu haben. Abends gibt’s Programm mit musikalischer Untermalung für die Gäste. Dessen sollte man sich bewusst sein – wer da keinen Bock drauf hat, sollte einen Platz auf der gegenüberliegenden Seite beziehen.
Nun aber ab zum Strand!
Der ist sauber und gepflegt, mehrere Wellenbrecher ragen ins Wasser. Der feine Sand macht das Barfußlaufen zur Freude. Also nichts wie rein ins kühle Nass!

Einziger kleiner Wermutstropfen, es wird ewig nicht tief und man muss, um vernünftig schwimmen zu können, die passende Rinne finden. Sonst läuft man auf Grund. Jammern auf hohem Niveau 😎
Abendspaziergang zum Hafen
Ungefähr 20 Minuten läuft man auf einem schönen Weg am Ufer entlang hinüber zum kleinen Hafen von La Londe-les-Maures bzw. dem Ortsteil Miramar.

Ein großer, breiter, feinsandiger Strand (Plage Miramar) breitet sich vor den gepflegten Apartmenthäusern aus.
Direkt am Hafen (Port Miramar) ist die Auswahl an Restaurants groß. Hier legen auch die Ausflugsboote auf die vorgelagerten Inseln, Saint-Tropez und so weiter, ab. Ein schöner Ausklang dieses Tages!
Morning-Walk auf dem Salinen-Wanderweg
Heute Früh wird gelaufen statt geschwommen! Raus aus dem Platz und gleich nach rechts abgebogen, hier beginnt der Wanderweg entlang der Salinen.

Dieser führt, immer zwischen Meer und den Salinenbecken entlang, bis hinüber ins nächste Örtchen, Les Salins.

Entlang des Plage des Salins (alles Sandstrand) kann auch immer wieder gebadet werden.

Ganz soweit gehen wir nicht, nach etwa 2/3 des Weges drehen wir um, zum anschließenden Swim am Campingplatz-Strand und dem verspäteten Frühstück.
Restaurant-Test auf dem Campingplatz
Heute essen wir „quasi zu Hause“, im Restaurant Le Pansard auf dem Campingplatzes. Donnerstag ist Muschel-Special, Andrea probiert sie aus. Leider nur durchschnittlich. Im Vergleich zu den Muscheln vor ein paar Tagen (s.o.) fällt die Qualität und das Styling stark ab. In Plastikschüsseln serviert… Und mit einer undefinierbaren Sauce. Preis-Leistung leider nur Note drei.
Meine Pizza mit Ziegenkäse und Honig ist okay, aber auch nicht allererste Sahne. Da haben wir auf den Tellern in den Restaurants nebenan in Miramar spannendere Varianten gesehen.
Rückfahrt über Ligurien
Heute ist Rückreisetag, Teil eins. Auf der französischen Autobahn brausen wir gen Italien. Die Maut ist heute lustigerweise günstiger, der Bulli wird konsequent als Kategorie 1 eingestuft (also bis 2m Höhe). Da sind die Preise ganz grob ein drittel günstiger.
Erstes Ziel: Albenga
Wir steuern den Camping Campeggio Holiday Park Riviera an. Einer der seltenen Plätze, die direkt am Meer gelegen sind – also ohne Straße oder Bahnlinie dazwischen.
Und wir ergattern hier eine kleine, rechteckige Parzelle. Der Schatten wird hier durch Strohdächer erzeugt, die über die Stellplätze gespannt sind.

Kostenpunkt 46€, inklusive Strom und einem Wasserschlauch am Platz. Toiletten sind völlig okay (inkl. Papier 😉 ), es gibt einen Supermarkt, ein Restaurant, und eine Bar. Selbst am Strand wird man prima versorgt.

Der Beach ist klasse. Mischung aus Kies und Sand. Sehr gepflegt! Optisches Highlight ist die halbrunde, bewaldete Isola di Gallinara gleich gegenüber.

Das Wasser ist ebenfalls perfekt. Das Ufer fällt recht schnell ab und man kann schon nach ein paar Metern gut schwimmen. Wasser ist glasklar, selbst weit draußen bei den Bojen kann man noch auf den Grund sehen. Die Aussicht ist natürlich ein Traum mit dem tollen Blick in die Berge des Hinterland. Und natürlich auf die Isola Gallinara gegenüber.
Am Abend erkunden wir die Altstadt von Albenga
Eine kurze Zusammenfassung (erstellt mit KI): Albenga ist eine historische Küstenstadt an der Riviera di Ponente in der italienischen Region Ligurien.

Die Stadt ist bekannt für ihre gut erhaltene Altstadt mit mittelalterlichen Türmen, engen Gassen und bedeutenden Bauwerken wie der Kathedrale San Michele Arcangelo.
Bereits in der Römerzeit war Albenga ein wichtiges Handelszentrum und hieß damals Albingaunum. Heute verbindet die Stadt kulturelles Erbe mit Stränden, mediterranem Flair und einer traditionsreichen Landwirtschaft, insbesondere dem Anbau von Gemüse und Kräutern.
Wir bummeln also kreuz und quer durch die Altstadt, dann meldet sich der Hunger. Wir entscheiden uns für das nette Restaurant „Olive e Lavanda“. Ist ausgezeichnet!

Den letzten Morgen am Meer verbummeln wir noch am Beach mit Espresso & Croissant, dann geht’s zurück nach Hause – allerdings noch mit einem Zwischenstopp am Luganer See. Damit der RedBulli in der brütenden Hitze noch einmal verschnaufen kann, bevor es über den San Bernardino letztlich zurück nach München geht!
Wie immer bei unseren Berichten: Nichts hier ist als Werbung zu betrachten. Sämtliche Nennungen von Örtlichkeiten etc. dienen ausschließlich der Beschreibung unserer Reise; alles wurde selbst bezahlt.





