Grignan ist eines der bekanntesten Dörfer der Provence und wird von seinem imposanten Renaissance-Schloss geprägt, dessen Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Wir werden hier drei Nächte verbringen und den Ort wie auch die Umgebung ausgiebig erkunden!
Die Anreise ab München, mit Übernachtung auf einem schweizerischem Rastplatz nahe Bern klappt problemlos – der RedBulli funktioniert nach den diversen Reparaturarbeiten im vergangenen Jahr (vielen Dank, Hr. Mayer 😉 ) tadellos. Die französische Autobahnmaut schreckt uns allerdings ziemlich ab (ca. 32€ für etwas über 100 km – dank seiner Höhe von 2,05 m reiht sich der Bulli in die Kategorie der großen Wohnmobile ein), so fahren wir einen Großteil der Strecke in Frankreich nun auf kleinen und landschaftlich ausgesprochen schönen (!!!) Nebenstraßen.

Nach gut 900 km Fahrt erreichen wir schließlich unser erstes Etappenziel, Grignan. Die Stadt verdankt ihre Berühmtheit ihrem prächtigen Renaissance-Schloss und den bekannten Briefen, die Madame de Sévigné ihrer Tochter, Madame de Grignan, im 17. Jahrhundert geschrieben hat.
Ein bisschen geschichtliches…!
Bereits 1035 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt; 1239 gelangte die Herrschaft an die Familie Adhémar, die Grignan zu einem bedeutenden Adelssitz ausbaute. Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg zu einem prachtvollen Renaissance-Schloss umgestaltet, das im 17. Jahrhundert durch die Aufenthalte der berühmten Schriftstellerin Madame de Sévigné europaweit bekannt wurde. Nach schweren Zerstörungen während der Französischen Revolution wurde das Schloss Anfang des 20. Jahrhunderts restauriert und zählt heute zu den wichtigsten Kulturdenkmälern der Drôme Provençale.
Unser Standort: Camping du Chateau
Der Camping du Chateau ist ein kleiner, unglaublich hübscher, exzellent geführter und sehr stilvoller Campingplatz, mit einem Paradeblick hinauf zum Chateau.

Das ganze Gelände ist außerordentlich liebevoll und gemütlich gestaltet, mit Lounge Sesseln und vielen Sitzgelegenheiten im kleinen zentralen Bereich.

Die einzelnen Parzellen werden teilweise durch dichte Hecken voneinander abgetrennt. Auf den entlang der Durchgangsstraße befindlichen Stellplätzen hört man den Verkehr, der sich jedoch nachts komplett beruhigt.

Direkt nebenan befindet sich das öffentliche Schwimmbad (separater Eingang, 2,80 € Eintritt, ab Juni geöffnet).
An der Bar des Camping werden Snacks, kleine Gerichte und Getränke aller Art angeboten, die hier mit Pool- und Chateau-Blick genossen werden können. Abends gesellen sich die Bewohner des Orts zu den Campinggästen und genießen gemeinsam die tolle Atmosphäre!

Das Personal ist unglaublich freundlich und auch die Preise sind moderat. Das Gläschen Wein kostet 2,50 €, die Übernachtung mit VW-Bus und zwei Personen knapp über 20 € (Anfang Juni 2026).

Wir beziehen unseren kleinen, schattigen Platz, eingerahmt von dicken Hecken (Nr. 13).
Ein schneller erster Spaziergang nach Grignan hinein
Leider sind schwere Regenfälle angesagt, darum spurten wir gleich los in die kleine Altstadt.

Die Restaurants schließen blöderweise schon um 14:00 Uhr ihre Pforten, da wird es leider nix mit Mittagessen. Alternativ setzen wir die Erkundung von Grignan fort und umrunden den Schlossberg. Mit einsetzenden Regen erreichen wir wieder den Campingplatz. Kurze Wege sind’s hier, erfreulicherweise.
Unter der Markise kochen wir dann unsere Spaghetti – nicht unbedingt französische Cousine, trotzdem, angesichts des knurrenden Magens, ausgesprochen lecker.
Der Starkregen dauert gefühlt endlose 4 Stunden an… aber genau richtig für ein kleines Nickerchen, nach der doch recht kurzen Nacht.


Mit den letzten wieder einsetzenden Sonnenstrahlen des zu Ende gehenden Tages zieht es uns dann nochmals, gegen 22:00 Uhr, ins nächtliche Städtchen.

Einsame Straßen, klare, frische Luft, so kann der Urlaub starten!
Wanderung zur Grotte de Rochecourbière und nach Chamaret
Am nächsten Morgen sticht die Sonne vom stahlblauen Himmel. Frühstück mit Schlossblick, was will man mehr?

Moderate 22 Grad sind angesagt , dazu ein frischer Wind, beste Bedingungen für eine Wanderung. Erste Etappe, die Grotte de Rochecourbière. Einer der Lieblingsplätze der Madame de Sévigné, um ihre berühmten Briefe zu verfassen.

Hier befindet sich übrigens auch ein kostenfreier Stellplatz für Wohnmobile, tolle Lage!

Weiter geht’s, zwischen Obstplantagen, Lavendelfeldern und durch Eichenwälder zum kleinen Örtchen Chamaret mit seiner weithin sichtbaren Burganlage.
Mittagessen und Turmbesteigung in Chamaret

Chamaret ist ein mittelalterliches Dorf der Drôme Provençale, das vor allem für seinen markanten, gut erhaltenen Rundturm aus dem 12. Jahrhundert bekannt ist, der als Wahrzeichen weit über die Lavendel- und Weinlandschaft der Region sichtbar ist.

Vor der Anstrengung kommt das Vergnügen: im Restaurant „L’Oeuf dans le Nid“ genießen wir das Menü der Woche. Kostenpunkt 28 € pro Person, dazu guter Rosé aus der Region- es schmeckt exzellent!

Dann geht’s beschwingt weiter, hinauf zur Burg, beziehungsweise dem, was davon noch übrig ist.

Für 3 Euro darf man den Turm besteigen, die komplette Anlage besichtigen und bekommt dazu noch interessante Ausführung vom hiesigen Turmwächter (kann ganz gut Englisch). Sehr lohnenswert! Besonders bei klarer Sicht ist die Weitsicht bis hin zu den Gebirgszügen im Osten und Süden phänomenal!
Der Rückweg nach Grignan führt uns entlang des kleinen Flüsschen Le Lez, zumeist durch schattige Wälder.

Gute 10 km und insgesamt 4 Stunden später erreichen wir leicht erschöpft wieder unseren Campingplatz.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir beim schattigen Bar-Areal und genießen den hiesigen Hauswein und ein paar Snacks, bevor es uns am Abend zum Sunset noch mal hinein nach Grignan und hoch zum Schloß zieht.
Ausfahrt zum Kloster Aiguebelle
Zur Abbaye Notre-Dame d’Aiguebelle ist es etwas zu weit zu laufen, und Fahrräder haben wir diesmal keine dabei. So wird der Bulli kurzerhand fahrfertig gemacht und wir brausen die 12 km hinüber zum Kloster.

Leider ist die Besichtigung der Anlage nur teilweise möglich. Die Privatbereiche der Mönche sind verständlicherweise für die Besucher verschlossen.

So spazieren wir zur kleinen Grotte und decken uns im Klosterladen mit Honig, Käse und Granatapfelsaft ein.

Aber eine tolle Wanderung kann man hier machen!

Knappe 4 km führt ein Weg durch mystische Eichenwälder, vorbei an Lavendelfeldern und rauschenden Bächen einmal rund ums Kloster.

Gegen Ende der Wanderung (im Uhrzeigersinn gemacht) dann mit tollen Blick hinunter auf die gesamte Klosteranlage. Sehr lohnenswert!

Dauert etwa 1,5 Stunden. Anschließend Picknick im Eingangsbereich des Klosters. Klasse Ausflug!
Den frühen Nachmittag verbringen wir wieder auf dem lauschigen Campingplatz, liegen in den gemütlichen Lounge-Sesseln bei einem kühlen Glas Weißwein und genießen die Aussicht hoch zum Schloss.
Und genau das schauen wir uns nun von innen an!
Besuch der Schlossanlage von Grignan
Der Eintritt kostet 8 €, und die sind gut investiert. Wirklich interessant, wie die Anlage nach ihrer völligen Zerstörung während der französischen Revolution von einer Madame Fontaine, einer reichen Bankierswitwe, im frühen 20. Jahrhundert, nach ihren sehr eigenen Vorstellungen, wieder aufgebaut wurde.

Die Räume sind weitgehend original aus ihrer Zeit erhalten.

Der Rundumblick von der riesigen Dachterrasse ist unbeschreiblich!

In der Ferne erkennt man unser gestriges Ausflugsziel, den Turm von Chamaret.


Der ganze Ort wird für die 400-Jahr-Feier festlich geschmückt – eine Schreibfeder ziert den Glockenturm (Beffroi).

Abendessen gibt’s bei uns am Campingplatz
Einfache Gerichte, aber wirklich lecker. Entsprechend gönnen wir uns ein „Steak Haché mit Frites“ für 10 €. Dazu ein heimisches Bier aus Grignan!

Auf der abendlichen Verdauungsrunde im Ort noch eine nette Begegnung!

Sonntags ist Markt in Nyons!
Auch ohne Markt-Besuch ist dieses Städtchen einen Besuch wert!
Vor allem die Pont de Nyons, eine mittelalterliche Steinbogenbrücke über den Fluss Eygues (aus dem Jahr 1409) ist besonders sehenswert.

Hoch über Nyons thront der Tour Randonne, ein mittelalterlicher Wehrturm, der später zur Kapelle umfunktioniert wurde.

Und auf dem Markt? Gibt’s neben den üblichen Utensilien allerlei aus der Region und natürlich zahllose Lavendelprodukte.
Das war’s auch schon wieder in Grignan, mit dem ersten Stopp auf unserer Provence-Reise, dann geht’s weiter in Richtung Süden! Unsere nächsten Stopps sind bei den berühmten Provence-Örtchen Gordes, Roussillon und die Region rund um den Luberon, einer Gebirgskette südöstlich von Avignon!

Wie immer bei unseren Berichten: Nichts hier ist als Werbung zu betrachten. Sämtliche Nennungen von Örtlichkeiten etc. dienen ausschließlich der Beschreibung unserer Reise; alles wurde selbst bezahlt.





