Chania, und zuvor noch am Beach von Falasarna – die letzten vier Tage unserer Reise werden nochmals richtig intensiv. Ein unvorhergesehenes Ereignis mit unserem Mietwagen erfordert etwas Flexibilität, doch wir finden interessante Alternativen: Ein Kloster, menschenleere Strände, der Deutsche Soldatenfriedhof, und besonders die bezaubernde Stadt Chania haben einen unglaublichen Flair um diese Jahreszeit!
Das Wetter an unserem Abreisetag aus Paleochora ist fantastisch. Wie gemacht also für einen letzten Morning Swim an unserer traumhaften Kiesbucht. Nachfolgend der Link zu unserem letzten Bericht aus dieser wunderschönen Ecke Kretas: Paleochora – Planschen, Pilgern und ein bisschen Picheln.
Los geht’s in die Berge oberhalb von Paleochora
Unser heutiges Ziel ist Falasarna an der Westküste von Kreta, dem in dieser Region nördlichsten, mit dem Auto anfahrbaren Punkt der Insel. Für die Strecke dorthin wählen wir möglichst kleine Straßen, um noch einmal die in dieser Region ausgesprochen reizvolle, herrlich grüne Landschaft erleben zu können.

Wir nehmen also die kleine Straße nach Kondogingi und weiter nach Voutas. Dort machen wir einen Abstecher Richtung Westen und hoch in die Berge, nach Sklavopoula, von wo auch eine kleine Abkürzung – mit unbarmherzigem Asphalt – nach Elafonisi führen würde.

Diesen Abstecher lassen wir jedoch glücklicherweise aus und fahren über gefühlt zehntausend Kurven weiter nach Norden. Landschaftlich außerordentlich reizvoll, frisst aber richtig viel Zeit!
Endlich stoßen wir auf die größere Hauptstraße, die Kissamos mit Elafonisi verbindet. Im Ort Kefali machen wir Mittagspause im Panorama Café, welches seinem Namen alle Ehre macht!
Dann geht es weiter entlang der aussichtsreichen Küstenroute nach Norden. Hoch über dem Meer bieten sich immer wieder fantastische Ausblicke auf die Küstenlinie mit ihren kleinen Siedlungen und den Plastikplanen-Dächern der Gewächshäuser.

In Sfinari biegen wir kurz hinunter zum Beach ab. Tatsächlich haben hier noch zwei Lokale geöffnet, doch auf eine Einkehr verzichten wir. Der Strand wirkt um diese Jahreszeit – Ende Oktober – ziemlich verlassen; und nach den schweren Unwettern leider etwas mitgenommen.

Unsere Unterkunft Falasarna Bay
In Platanos biegen wir schließlich nach Falasarna ab. Ein letzter Abstecher führt uns zum winzigen Pink Beach.

Dann passieren wir die lange Bucht mit ihrem goldgelben Sand und erreichen schließlich unser Hotel „Falasarna Bay„, das heute eigentlich seinen letzten Öffnungstag hat.

Solch eine Größe ist normalerweise nicht unsere erste Wahl, da jedoch nahezu alles geschlossen ist, schlagen wir zu – und bereuen es auf gar keinen Fall! So ausgezeichnet ist unser Zimmer, im zweiten Stock, mit herrlichem Blick auf’s Meer und die Stände von Falasarna!

Hier lassen wir den Tag nun in aller Ruhe ausklingen und freuen uns auf die kommenden, letzten Tage an der Westküste Kretas.

Noch ein schneller Sprung ins Meer, dann bereitet die rapide sinkende Lufttemperatur und die zunehmende Bewölkung dem Badespaß leider ein jähes Ende.




Wo denn nun Abendessen, alles ist bereits geschlossen…? Das „Spilios“ am Beginn der Zufahrtsstraße ist eines der letzten Restaurants, das um diese Zeit überhaupt noch offen hat. Eine gute Wahl (obwohl wir gar keine Wahl hatten 😛 ).
Ein Auto-Problem am nächsten Morgen – unsere Pläne werden gekippt…!
Der folgende Morgen startet wettertechnisch traumhaft. Genau richtig also für unsere geplanten Ausflüge ins Hinterland. Doch dann kommt alles anders.
Wir wollen eigentlich nur schnell unser Döschen Nescafe aus dem Kofferraum unseres Wagens holen. Eine Kleinigkeit, die eigentlich keine zwei Minuten dauern sollte. Doch das Fahrerschloss unseres uralten Seat lässt sich plötzlich nicht mehr öffnen. Erstmal also kein Kaffee, kein Ausflug – und vor allem keine Möglichkeit, in unser Auto zu kommen…!
Der Seat hat offenbar keinen Plan B, irgendwie alternativ in den Wagen zu gelangen…?

Wir schon: ein Anruf bei der Mietwagenfirma! Also erst einmal unverrichteter Dinge hinunter an den Strand, erfreulicherweise ermöglicht uns der freundliche (und vor allem sehr hilfsbereite!) Hotelmanager einen Kaffee; und wir haben die vage Hoffnung, dass sich das Problem schnell lösen lässt…
Hier noch ein kurzes Video von einem kleinen Ausschnitt des Falasarna-Beach:
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Mittags kommt schließlich Hilfe in Gestalt eines sehr netten Mitarbeiters vom Vermieter Surprice mit einem Ersatzauto angefahren. Doch auch er steht zunächst vor einem Problem – das Schloss ist definitiv kaputt, und selbst der Versuch mit großen Mengen an WD40 bringt keinen Erfolg. Dann greift er zur Brachialmethode. Rohe Gewalt – mit Schraubenzieher und einem großen Stein malträtiert er das Türschloss. Aber auch das bleibt wirkungslos. Unser angedachter Ausflugstag löst sich zunehmend in Luft auf, während der Seat sich weiterhin hartnäckig weigert, uns hineinzulassen.

Erst nach gut drei Stunden arbeitet sich der unermüdliche Helfer über die hintere Seitenscheibe in den Wagen hinein vor, und er kann das widerspenstige Schloss von innen öffnen. Geschafft! Der Mitarbeiter fährt also mit unserem alten Seat davon, wir übernehmen den Ersatzwagen. Das Auto ist getauscht – der dreiviertelte Tag ist allerdings auch vergangen .

Für unseren geplanten Ausflug ins Hinterland ist es nun zu spät.
Wanderung zur Ausgrabungsstätte Ancient Falasarna
Ganz ohne Unternehmung wollen wir den Tag aber nicht aufgeben. Zum Glück gibt es direkt vor Ort noch eine Sehenswürdigkeit, zu der wir kurzerhand wandern: „Ancient Falasarna“.

Die relativ frisch erschlossene Ausgrabungsstätte zeigt die Ruinen einer kleinen Stadt mit Hafen, die – wie so vieles auf der Insel – beim großen Erdbeben im Jahr 365 n. Chr. zerstört wurde. Das Gelände ist zwar bereits geschlossen, doch wir treffen noch auf einen sehr netten Mitarbeiter, der uns einen groben Überblick verschafft.

Anschließend wandern wir zu einem höher gelegenen Punkt mit guter Aussicht auf die Ruinen. Auch wenn wir das eigentliche Ausgrabungsgelände nicht mehr betreten können, bekommen wir so doch noch einen guten Eindruck von der einstigen Hafenstadt.
Das Abendessen genießen wir nochmals im Spilios ein – erneut exzellent, mit einem super Service und ausgesprochen aufmerksamen Mitarbeitern. Und während wir den Tag kulinarisch versöhnlich ausklingen lassen, sind wir in unserem inzwischen geschlossenen Hotel mittlerweile die letzten Gäste.
Es kommen im großen, komplett leeren Hotel ein bisschen „Shining“-Gefühle auf, nur dass der hiesige Hotelmanager deutlich sympathischer wirkt als Jack Nicholson im Movie. Mal sehen, was die Nacht so bringt…
Weiterfahrt über Kissamos und Kolimabati nach Chania
Wir haben die einsame Nacht unbeschadet überstanden.

Der neue Mietwagen macht allerdings noch mehr Geräusche als die letzte Möhre. Gut, dass wir nicht mehr so viel damit fahren müssen.

Dem Vernehmen nach sind sämtliche Lager ausgeschlagen und ob er überhaupt noch Stoßdämpfer hat… wer weiß… Aber – er hat immerhin eine Zentralverriegelung 🙂

Frühstück im Breeze Café in Kissamos
Kissamos liegt quasi ums Eck, nur etwa zwanzig Minuten entfernt. Auf dem kurzen Weg dorthin machen wir einen ganz kurzen Halt an einer kleinen Felsenkapelle, die direkt an der Straße, gleich beim Hafen von Kissamos liegt.

Anschließend kehren wir im Breeze Café ein und freuen uns über ein sehr leckeres Frühstück – mit bestem Ausblick direkt aufs Meer.

Kurzer Zwischenstopp am entlegenen Ravdoucha Beach
Gut gesättigt fahren wir weiter in das kleine Örtchen Ravdoucha. Der Ort liegt rund 100 Meter über dem Meer auf der Halbinsel Rodopou und bietet einen schönen Blick auf die westlich gelegene Halbinsel Gramvousa.

Über einige ziemlich enge Spitzkehren geht es hinunter zum kleinen Hafen und dem noch kleineren Strand.

Sehenswert sind auch die kleinen Kapellen, die direkt in die Felsen gebaut wurden.

Ein wirklich idyllisches und ruhiges Plätzchen. Allerdings ist außerhalb der Saison hier tatsächlich überhaupt nichts los – tote Hose quasi!
Wir besichtigen das Gonia Odigitria Kloster
Also nichts wie zurück in die Zivilisation und einmal quer über die Halbinsel Rodopou hinüber zum Kloster Gonia.

Es ist eines der meistbesuchten Klöster Kretas und liegt etwas nördlich von Kolimbari an einer niedrigen Klippenküste.
Das Kloster beherbergt ein recht interessantes Museum, in dem unter anderem eine große Ikonensammlung zu besichtigen ist.

Wanderung zur wunderschönen Höhlenkirche bei Spilia
Die nächste Regenfront kündigt sich bereits an. Also noch schnell weiter zum kleinen Dörfchen Spilia, das vier Kilometer südlich von Kolimbari inmitten ausgedehnter Olivenhaine liegt.

Wir parken im Ort, der wegen einer offenbar recht großen Hochzeit verkehrstechnisch ziemlich ausgelastet ist. So lassen wir das Auto stehen und wandern gut zwanzig Minuten hinauf zur Höhlenkirche des Johannes des Eremiten.

Der Einsiedler hat hier in einer Höhle eine hallenartige Kapelle geschaffen. Tatsächlich ein sehr imposanter Ort und auf jeden Fall einen Besuch wert!

Hier auch ein Videorundgang durch die Höhle:
Folgt in Kürze
Besuch auf dem Deutschen Soldatenfriedhof Maleme
Nur wenige Kilometer weiter befindet sich in Maleme der deutsche Soldatenfriedhof. Das Gebiet rund um Maleme war während der Landung der deutschen Fallschirmjäger im Mai 1941 im Rahmen der Operation Merkur heftig umkämpft.

Für die fast 4.500 gefallenen deutschen Soldaten wurde hier ein Friedhof angelegt. Ein kleines Informationszentrum vermittelt einen Eindruck von den Grausamkeiten des damaligen Krieges und den Ereignissen rund um die Schlacht um Kreta.
Ein sehr bedrückender Ort, der uns noch eine ganze Weile beschäftigt!
Unsere Unterkunft in Chania: Porto Veneziano Hotel
Schließlich erreichen wir das Ziel des heutigen Tages: das Hotel Porto Veneziano, direkt am venezianischen Hafen.

Für die letzten beiden Nächte haben wir uns hier noch einmal eine richtig schicke Unterkunft gegönnt – mit traumhaftem Blick auf den Hafen und perfekter Lage, um unseren Aufenthalt in Chania ausklingen zu lassen.
Abendlicher Stadtbummel durch Chania
Am Abend bummeln wir noch ein bisschen durch Chania und schwelgen in Erinnerungen an unseren letzten Besuch hier im Jahr 2020. Dazu gibt es übrigens auch einen Bericht auf „Hanns unterwegs“.
Im Tamam kehren wir zum Abendessen ein. Wie schon damals ist das Essen ausgezeichnet. So geht ein sehr ereignisreicher Tag zu Ende.

Chania am Tag und Ausflug auf die Halbinsel Akrotori
Einen Wecker brauchen wir uns heute Morgen nicht zu stellen. Pünktlich um 6:30 Uhr reißt uns ein gewaltiger Donnerhall über dem venezianischen Hafen aus dem Schlaf. Macht aber nichts! So haben wir während des heftigen Gewitters erst einmal genügend Zeit zum Bloggen und anschließend für ein hervorragendes Frühstück hier im Hotel.
Und siehe da: Pünktlich danach zeigt sich wieder die Sonne. Also nichts wie raus – ein weiteres Mal hinein in die verwinkelten Gassen von Chania, der Hafenstadt an der Nordwestküste Kretas, mit ihrem wunderschönen venezianischen Hafen!
Ausflug zur Halbinsel Akrotiri
Heute machen wir einen Ausflug auf die Halbinsel Akrotiri, die gleich östlich von Chania liegt. Unser erster Stopp ist der schöne Sandstrand Marathi Beach. Anschließend wandern wir hinunter zur spektakulären Felsenbucht Seitan Limania. Zum Abschluss machen wir noch einen Abstecher nach Stavros direkt am Meer. Hier befindet sich einer der Drehorte des Filmklassikers „Alexis Sorbas“, der die Gegend einst weltberühmt gemacht hat.
Erster Stopp am Marathi Beach
Als Erstes geht es heute zum schönen Marathi Beach. Etwa eine halbe Stunde fahren wir, vorbei am Flughafen, ganz in den Südosten der Halbinsel Akrotiri.

Der goldgelbe Sandstrand erstreckt sich zu beiden Seiten einer geschwungenen Hafenmole.

Glasklares Wasser, das Meer leuchtet türkisblau. Eine kleine Insel, nicht weit draußen im Meer, macht das perfekte Urlaubsambiente komplett.

Wir schnappen uns am menschenleeren Strand einen Liegestuhl und genießen die traumhafte Kulisse noch eine ganze Weile.
Abstieg zur traumhaften Felsbucht Seitan Limania
Nächster Halt: Seitan Limania. Einen direkten Weg am Ufer entlang gibt es nicht. So müssen wir zunächst wieder ein gutes Stück durch das Innere von Akrotiri fahren. In mehreren extrem steilen Spitzkehren geht es schließlich hinunter zum Parkplatz.

Schon von hier oben lässt sich erkennen, wie sich der Auslauf einer Schlucht tief durch die Felsen bis ins Meer vorgearbeitet hat. Über einen etwa 15-minütigen, steinigen und steilen Pfad geht es hinunter zum schmalen Kiesstrand. Gutes Schuhwerk und tatsächlich auch ein wenig Schwindelfreiheit sind dabei erforderlich.

Unten angekommen, lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, bis hinaus ins offene Meer zu schwimmen.

Nach einer kurzen Rast kraxeln wir wieder hinauf – diesmal auf einer alternativen Route über einen seilversicherten Steig.

Abstecher zum „Alexis Sorbas Örtchen“ Stavros
Dritter und letzter Stopp unseres heutigen Ausflugs: das kleine Örtchen Stavros im Nordwesten von Akrotiri. Hier wurde ein Teil des Filmklassikers „Alexis Sorbas“ gedreht.

In die fast kreisrunde Bucht springen wir heute allerdings nicht mehr hinein. Auch das Örtchen ist Anfang November völlig ausgestorben, und nicht ein einziges Lokal hat geöffnet.

Also geht es schnell zurück ins Hotel. Nach einer kurzen Verschnaufpause ziehen wir noch einmal los, um den Abend in Chania zu genießen.
Absacker am Venezianischen Hafen
Zurüch in Chania marschieren wir nochmals auf der Hafenmole bis zum hinteren Ende, kurz vor dem Leuchtturm.

Von hier hat man den besten Überblick üb er den Hafen, die vielen Restaurants und die Berge im Hinterland (sofern man sie sieht, die vielfach angesprochene Wetterlage…).

Danach noch ein Frappé in unserem Hotel und klären der Frage: wohin gehen wir gleich zum Abendessen?

Unser Abschluss-Abendessen in Chania
Zum Abendessen kehren wir diesmal im Oinopoieio ein. Im Restaurant mit dem unaussprechlichen Namen genießen wir die kretische Küche in stimmungsvoller Atmosphäre.

Obwohl das Restaurant höchste Bewertungen aufweist, können wir das nicht komplett bestätigen. Der „Oktopus aus dem Ofen mit Okra“ ist weich und geschmacklich ausgezeichnet, jedoch die Portion recht übersichtlich. Und das vegetarische Gericht schmeckt etwas „langweilig“. Aber wir haben wohl nur das falsche bestellt. Auf jeden Fall sitzt man draußen sehr lauschig, auch wenn reger Durchgangsbetrieb herrscht. In der selben Straße befinden sich auch viele weitere interessante Restaurants.
So geht wieder ein sehr ereignisreicher Tag zu Ende!
Letzter Tag unserer Reise – Chania nochmals in vollen Zügen genießen!
Der letzte Tag unserer Reise verläuft ausgesprochen entspannt. Nach einem üppigen Frühstück im Hotel machen wir uns noch einmal auf zu einem ausgedehnten Spaziergang durch Chania.

Unser Weg führt uns bis hinüber zum Nea Chora Beach in Chania, wo wir die Sonne genießen.

Ganz ungetrübt ist das Wetter allerdings nicht: Immer wieder ziehen kurze Regenschauer durch, doch glücklicherweise bleibt keiner davon bei uns hängen.

Mittagessen im Kouzina EPE
Ein weiteres recht angesagtes Restaurant ist das Kouzina EPE, am schönen Platz vor der Sankt-Nikolaus-Kirche gelegen. Man schaut hier direkt in die Kochtöpfe und bestellt dann am Tisch.

Sehr leckere Hausmannskost, fast immer voll belegt.

Am Abend geben wir unseren Mietwagen bei Surprise am Flughafen zurück. Alles verläuft völlig unkompliziert und reibungslos. Damit geht unsere Reise zu Ende – nun heißt es Abschied nehmen von Kreta, wir fliegen zurück nach Hause.
Wie immer bei unseren Berichten: Nichts hier ist als Werbung zu betrachten. Sämtliche Nennungen von Örtlichkeiten etc. dienen ausschließlich der Beschreibung unserer Reise; alles wurde selbst bezahlt.














