In Loutro genießen wir den außergewöhnlichen Flair des kleinen Örtchens in der Nachsaison. Eine Wanderung ist dort ebenfalls angedacht: über das Bergdorf Livaniana steigen wir ab zur Aradena-Schlucht und weiter hinunter zum Marmara Beach. Auf der Rückfahrt machen wir ausgiebig Halt in Agia Rouméli und wandern von dort aus entlang des Küstenpfades E4 nach Agios Pavlos.
Nach sechs Tagen ist es an der Zeit, Sougia wieder zu verlassen. Schweren Herzens, denn unsere vielfältigen Erlebnisse, die völlig zufällige Begegnung mit den uralten Freunden Martin, Piet und Thomas (die Wandergruppe), der Sougia-Expertin Moni sowie die gemeinsamen Wandertouren waren einfach außerordentlich schön.
Hier findet Ihr den Link zu letzten Bericht: Sougia – Gipfel, Schluchten und versteckte Buchten

Wir nehmen noch ein letztes kleines Frühstück vor der Bäckerei ein, dann geht’s zur Fähre, die um 9:20 Uhr ablegt und uns zunächst nach Agia Rouméli bringt.

Auf der Fährfahrt erhält man noch einmal einen grandiosen Überblick über die vielfältige, sehr markante Küstenlinie.

Man muss sich schon wundern, welche Wegstrecken ich hier in den vergangenen Tagen zurückgelegt habe…!

In Agia Rouméli machen wir gut eineinhalb Stunden Halt, so dass noch genug Zeit für ein zweites Frühstück, direkt am Hafen im Paralia bleibt.

Hier verabschieden wir uns endgültig von unseren Freunden. Für uns geht es noch einen Stopp weiter, ins kleine, jedoch äußerst populäre Hafenörtchen Loutro.

Auch auf diesem Wegstück genießen wir wieder tolle Ausblicke auf die fantastische Küstenlinie und nehmen unser morgiges Wanderziel ins Visier: die Marmara-Bucht sowie die dahinter endende Aradena-Schlucht.

Im Hintergrund spitzen die weißen Berge, Lefka Ori, hervor.

Unsere Unterkunft in Loutro
Vor Ort beziehen wir die Villa Niki, oberhalb des Örtchens mit Ausblick und zentral gelegen.


Wir wohnen im zweiten Stock und genießen von hier eine traumhafte Aussicht über den kleinen, weiß-blauen Ort.

Hier noch ein paar geschichtliche Fakten zu Loutro, freundlicherweise zusammengefasst von ChatGPT:
Die geschützte Bucht an Kretas Südküste war bereits in hellenistischer und römischer Zeit ein bedeutender Hafen der antiken Stadt Phoenix und diente als Zugang zur höher gelegenen Stadt Anopolis. Zu den wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten zählen die Überreste antiker Siedlungen und frühchristlicher Kirchen in der Umgebung sowie venezianische Befestigungsreste und die osmanische Festung aus dem 19. Jahrhundert. Auch im kretischen Freiheitskampf spielte Loutro eine wichtige Rolle – 1821 wurde hier der Aufstand gegen die osmanische Herrschaft auf Kreta ausgerufen.

Am Nachmittag chillen wir sodann an einem der beiden (überschaubar großen) Ortsstrände von Loutro und schwimmen eine ordentliche Strecke quer durch die Bucht.

Mit den letzten Sonnenstrahlen wandern wir auf dem Fußweg rund um das antike Dorf. Den ganzen Weg säumen jahrhundertealte Steinhäuser, alles allerdings extrem verfallen, tendenziell eher „Steinhaufen“.

Anschließend kehren wir ein und genießen handfeste griechische Küche im Stratis, gleich neben unserer Unterkunft: Zaziki, Hähnchensouflaki; und auch hier gibt’s eine leckere Nachspeise und reichlich Raki auf‘s Haus hinterher.
Wanderung über Livaniana in die Aradena-Schlucht und über den Marmara-Beach zurück
Der nächste Morgen startet mit einem Swim, endlich wieder! Ziemlich frisch, aber im immer noch angenehm warmen Wasser geht’s ganz gut.

Dann geht’s los! Heute steht eine wunderschöne und wirklich außergewöhnliche Wanderung auf dem Programm!
Livaniana, Aradena-Schlucht und Marmara Beach
Wir verlassen Loutro auf dem E4 und steigen auf den Hügel hinter dem Ort hinauf.

Ganz oben thront bereits die erste Sehenswürdigkeit: das verfallene osmanische Kastell aus dem Jahr 1869.


Weiter geht’s hinunter nach Finix, wo in einer kleinen Bucht eine wunderschöne Unterkunft mit gut bewerteter Taverne liegt, was wir heute aber auslassen.

Livaniana haben wir bereits im Blick. Ein nicht allzu langer, aber äußerst schweißtreibender Aufstieg in der späten Vormittagssonne treibt uns ordentlich den Schweiß aus den Poren.

Oben im Ort befindet sich eine – leider geschlossene – Taverne. Immerhin gibt es einen Kühlschrank, aus dem man sich gegen Bezahlung in eine Kasse einen Drink genehmigen kann.
Durch den Ort hindurch führt uns in Serpentinen der Weg hinauf zur Kirche. Dahinter beginnt der Zubringer zur Aradena-Schlucht.

Wir lassen den ersten steinigen Abzweig hinunter in die Schlucht links liegen und nehmen stattdessen die kleine Kapelle in der Ferne ins Visier. Dahinter beginnt der steile Abstieg hinunter in die Schlucht, die wir an einer Engstelle erreichen.
Hinein geht’s in die Schlucht!
Extrem imposant ragen die Felswände zu beiden Seiten der Schlucht empor. Weiter hinauf in Richtung des Bergsdorfes Aradena wollen wir heute gar nicht. Uns zieht es ans Meer.
Der Weg hinunter ist wirklich spektakulär. Immer wieder führt er über verblockte Felsvorsprünge und unter weit überhängenden roten Felswänden hindurch.

Selbst Ziegen haben hier ein sehr gefährliches Leben. Insgesamt fünf tote Ziegen-Leichen „pflastern unseren Weg“.

Wohlgemerkt: Wir finden sie direkt am Wegesrand. Wie viele weitere Tiere im unwegsamen Gelände zwischen den Felsen ihr Leben gelassen haben, können wir nur erahnen.
Auf eine Mahlzeit in die “Taverna Dialeskari“
Nach insgesamt vier Stunden Fußmarsch (inklusive kleiner Pausen) erreichen wir schließlich das Meer. Sofort springen wir ins türkisblau leuchtende Wasser der Marmara-Bucht.

Das Besondere hier sind die von der Brandung ausgewaschenen Höhlen. Teilweise kann man im Wasser von einer Höhle in die nächste schwimmen – einfach faszinierend!
Anschließend begeben wir uns hinauf ins Restaurant und gönnen uns gegrillte Ziege und Avocado-Salat.

Auf dem Rückweg entlang der Küste nutzen wir wieder ein Teilstück des Fernwanderwegs E4. Auch hier gilt, wie auf der kompletten Runde: absolute Schwindelfreiheit, gutes Schuhwerk und ein sicherer Tritt sind unbedingt erforderlich; denn zeitweise verläuft der schmale, ausgesetzte Weg oberhalb senkrechter Klippen. Absturzgefahr!

Wir erreichen zunächst den Lykos-Strand und wandern weiter nach Finix.

Über den Hügel und am Kastell vorbei geht es schließlich zurück nach Loutro.

Eine absolut empfehlenswerte Tour (>12km), die allerdings beim besten Willen nicht unanstrengend ist!
Rückfahrt nach Sougia über Agia Rouméli
Auch heute lädt das ruhige Wasser in der Bucht von Loutro wieder zum Morning Swim ein.

Am späten Vormittag geht’s dann rüber zur Anlegestelle.

Um 10:55 Uhr nehmen wir das Schiff, das uns erst einmal nach Agia Rouméli bringt.

Von Agia Rouméli nach Agios Pavlos
Wir haben die Strecke bis nach Sougia gleich komplett durchgebucht, da aktuell noch unklar ist, wie sich das Wetter weiter entwickelt. In Agia Rouméli hängen zu bleiben, war uns dann doch zu heikel, falls die Fähre bei schlechter See nicht mehr fährt.

Kostenpunkt für die einfache Strecke von Loutro über Agia Rouméli bis nach Sougia: 25 Euro pro Person.
Nach einem zweiten Frühstück mit riesigem griechischen Salat und Omelette im Paralia am Hafen von Agia Rouméli starten wir los.

Wanderung nach Agios Pavlos
Auch wenn es zuvor auf der Fähre gar nicht so ausgesehen hat: Die Strecke von Agia Rouméli nach Agios Pavlos ist ziemlich abwechslungsreich.
Gleich hinter dem Ort gilt es, auf einem kleinen Brückchen den Auslauf der Samaria-Schlucht zu überqueren. Der aus der Schlucht kommende Fluss führt aktuell tatsächlich gar nicht mal so wenig Wasser.

Anschließend geht es über weite Passagen mit dunklem Sand, der sich immer wieder mit grobem Kies abwechselt.

Etwa im letzten Drittel des Weges wandern wir ein gutes Stück oberhalb der Steilküste durch ein wunderschönes, malerisches Kiefernwäldchen, bevor es auf der Zielgeraden wieder über Sand und Kies hinunter nach Agios Pavlos geht.

Das kleine Restaurant mit sehr minimalistischer Unterkunftsmöglichkeit ist leider bereits seit zwei Tagen geschlossen.

Dafür ist der Strand menschenleer. Wir nutzen die Gelegenheit für ein ausgiebiges Bad, bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach Agia Rouméli machen.

Fazit: sehr lohnenswerte Wanderung, aber unbedingt auf ausreichend Sonnenschutz und vor allem genug zu trinken achten! Trotz der späten Zeit im Jahr ist es selbst bei teilweise bewölkten Himmel auf dem dunkelgrauen Untergrund extrem heiß!
Im Paralia genießen wir noch ein letztes erfrischendes Bier. Anschließend bringt uns um 17:30 Uhr die Fähre weiter nach Sougia.
Nochmals kurze Verlängerung in Sougia
Sougia lässt uns einfach nicht los. In Anbetracht der Wetteraussichten für die kommenden Tage entschließen wir uns spontan, noch einmal zwei Nächte hier zu verbringen und zumindest den sonnigen Sonntag nochmals am Strand zu genießen.

Wir buchen uns im Marinakis Sea View ein. Zum Abendessen geht’s nochmals ins Rebetiko.

Die Lamb Shanks sind hier einfach zu verführerisch. Und wie immer: ausgezeichnet!

Es folgt noch eine letzte kurze Fortsetzung…
Beachen in Sougia und Weiterfahrt nach Chania…
Folgt in Kürze…
…
Wie immer bei unseren Berichten: Nichts hier ist als Werbung zu betrachten. Sämtliche Nennungen von Örtlichkeiten etc. dienen ausschließlich der Beschreibung unserer Reise; alles wurde selbst bezahlt.

